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Noc Świętojańska – Sobótka

Die Nacht vom 23. auf den 24. Juni – die kürzeste Nacht im Jahr. Seit ewigen Zeiten haben die Slawen am 24. Juni dem Kampf zwischen Gutem und Bösem, Feuer und Wasser und zwischen Tag und Nacht gehuldigt. Und im Baltikum sind die Nächte im Juni besonders hell.
Die größten Feierlichkeiten aber fanden auf dem Berg Sobótka (ssobutka) in den Sudeten statt.
Der Kirche war das von Anfang an ein Dorn im Auge. Also versuchte sie diese Bräuche auf die Nacht vom 23. auf den 24. Juni zu verlegen – die Sankt-Johannes-Nacht – Noc Świętojańska (noz chwiäntojansska) und ein bisschen gesitteter zu gestalten. Das ist ihr nur bedingt gelungen.
Bis in die heutigen Zeiten ist dieser slawische Brauch als ein spektakuläres heidnisches Fest bekannt.
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Überall im Freien werden große Feuer angezündet, in denen Kräuter verbrannt werden. Dieses Ritual soll das reifende Getreide von bösen Kräften schützen. Die Menschen singen und tanzen um das Feuer herum. Die Jungen springen darüber. Manchmal trauen sich die Mädchen auch und springen mit.
Am Tag wurden aus Blumen und Kräutern Kränze geflochten. In die Mitte setzte man eine Kerze, die dann aufs Wasser gelassen wurde. Ob die Kerze ausgeht, der Kranz untergeht oder ruhig weiter schwimmt, daraus hat man die Zukunft der Person gedeutet.

Fluss a

In früheren Zeiten wurden die Ehen von den älteren Familienmitgliedern gestiftet. Die jungen, ledigen Mädchen hatten in dieser Nacht die Möglichkeit ihr eigenes Schicksal selber in die Hand zu nehmen. Sie setzten die Kränze ins Wasser und ein bisschen weiter am Fluss warteten die Jungen und versuchten die Kränze zu erwischen. Wenn sie mit dem Kranz zu ihrer Besitzerin zurückkehrten, konnten sie ein Paar werden, ohne Gefahr der Verachtung.
Farne
Man glaubte, dass nur in dieser Nacht und nur sehr kurz der Farn blühe. Wer eine solche Blume findet, der kann verborgene Schätze sehen. Viele Menschen suchen in dieser Nacht nach blühenden magischen Farnen.
Es ist einfach ein wunderbares Fest des Feuers, des Wassers, der Sonne und des Mondes, der Ernte und Fruchtbarkeit, der Freude und der Liebe.
In dieser Nacht gibt es noch weitere unzählige Bräuche und Rituale. Die alle hier aufzuzählen, springt den Rahmen meiner Seite. Ich habe nur wenige niedergeschrieben. Am besten erleben Sie dieses einmalige Spektakel live in Polen.
Ich bin Ihnen gerne bei der Planung und Organisation behilflich.

Weihnachten – Boże Narodzenie

Bestimmt haben auch Sie diesen EDEKA Weihnachtsspot „Zeit heimzukommen“ gesehen? So etwas kann in Polen nicht passieren. Die Autofahrer werden es in Kürze merken. Auf den deutschen Autobahnen sieht man dann plötzlich sehr viele englische, holländische, belgische, französische oder spanische Kennzeichen. Ich kann meinen Kopf verwetten, dass in diesen Autos keine Engländer, Holländer, Belgier, Franzosen oder Spanier sitzen! Auch in vielen deutschen Autos, die Richtung Osten fahren, sitzen nicht immer Deutsche hinterm Lenkrad. Ja, es sind meistens Polen, die Weihnachten zusammen mit der ganzen Familie in der alten Heimat verbringen möchten.

Baum

Ich werde mich auch am Samstag ins Auto setzen und über 10 Stunden nach Wrocław fahren. Trotzt großen Strapazen, freue mich schon auf die Feiertage mit meiner Mutter, meiner Schwester und der ganzen, großen Familie.
Der Advent wird in Polen nicht privat sondern nur in der Kirche gefeiert. Weihnachten und vor allem der Heilige Abend (Wigilia) ist das wichtigste Familienfest und eines der traditionsreichsten Weihnachtsfeste der Welt überhaupt.
Die alten, christlichen Weihnachtstraditionen sind in Polen immer noch sehr lebendig. Schon Wochen vorher herrscht in den meisten Familien eine große Aufregung und Vorfreude aufs Fest. Es wird geplant, Einladungen werden verschickt, die Wohnung auf Vordermann gebracht. Alle Beteiligten kochen, braten, backen um die Wette.
Die Vorbereitungen zum Heiligen Abend beginnen bereits am frühen Morgen mit dem Schmücken des Weihnachtsbaumes. Die Kinder dürfen ihn erst am Abend in voller Pracht mit Lichtern und schön verpackten Geschenken darunter sehen.
Man glaubt, dass der Ablauf des Tages für das gesamte folgende Jahr entscheidend ist, daher wird viel Wert auf Konfliktlosigkeit und Ruhe in der Familie gelegt. Alle Probleme werden an diesem Tag unter den Teppich gekehrt.
Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der Heilige Abend – Wigilia. Am 24.12. wird noch gefastet also sind an dem Tag Fleischgerichte und Wodka tabu. Dafür fallen alle anderen Speisen üppiger aus und man darf dazu Wein trinken.
Fast den ganzen Tag wird nichts oder nur wenig gegessen. Am späten Nachmittag kann man miterleben, wie alle Kinder in den Himmel schauen. Sie warten aber nicht auf den Schlitten des Weihnachtsmannes, die Geschenke vom Nikolaus liegen schon unter dem Baum. Sie warten auf den Ersten Stern. Erst wenn er aufgeht, darf man mit der Wigilia anfangen.
Zuerst wird aus der Bibel die Geschichte von der Christi Geburt in Betlehem vorgelesen. Danach wird gemeinsam in christlichen sowie nicht-christlichen polnischen Familien ein Ritual – die Teilung einer geweihten Oblate – als Zeichen der Liebe, der Freundschaft und des Friedens durchgeführt.

Oplatte 1

Oplatte 3Jeder bricht sich ein Stückchen der Oblate ab und teilt sie mit allen Anwesenden, wobei man sich gegenseitig die Erfüllung aller Wünsche ausspricht. Danach wird umarmt und geküsst. Die Polen lieben den engen Körperkontakt. Damit auch die nicht anwesenden Freunde und Familienmitglieder an dem Ritual teilnehmen können, werden die Oblaten und die Wünsche in der Vorweihnachtszeit in die ganze Welt verschickt. Dann kann man sich endlich an den üppig gedeckten Tisch setzen.
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Unter der Tischdecke liegt ein kleines Bündel Stroh, als Erinnerung an die Jesus Geburtsstätte. Ein ebenso fester Bestandteil des polnischen Weihnachtfestes ist ein zusätzliches Gedeck für die Verstorbenen und alle anderen, die nicht mitfeiern können wie auch für den Fall, dass ein unerwarteter Gast oder Bedürftiger an die Tür klopft. Auch ein Fremder ist an diesem Tag herzlich eingeladen. Ein altpolnischer Brauch ist es auch, am Heiligen Abend alleinstehende und einsame Menschen – oft Nachbarn – einzuladen.
Zur Wigilia (am 24.12.) gibt es zwölf Gerichte die symbolisch für die Monate des Jahres und die zwölf Apostel stehen. Obwohl die Zahl der Gerichte heute nicht immer eingehalten wird glaubt man daran, dass viele Speisen für das folgende Jahr Wohlstand für die Familie bringen. In jedem Fall müssen alle Gerichte wenigstens probiert werden.
30.ZupaEs wird Roterübensuppe mit Teigtaschen (barszcz z uszkami) oder Pilzsuppe (zupa grzybowa) mit pilzgefüllten Creps (naleśniki z grzybami) serviert. Danach kommen auf den Tisch: gebratener Karpfen, Karpfen in Aspik (karp w galarecie), Kohl mit Erbsen (kapusta z grochem),
Hering in Öl und Hering mit Sahne (śledzie w oleju i w śmietanie) kutja (eine Getreidespeise mit Honig, Nüssen, Mohn und Rosinen) wie auch
Kompott 33.Kapustaaus Trockenobst (kompot z suszu). Süßes gehört zum polnischen Weihnachtsessen ebenso dazu. Besonders Mohn- und Hefekuchen sind unverzichtbar.

Es wird viel gesungen während der Wigilia. Die polnischen Weihnachtslieder – Kolędy – gehören zu den schönsten der Welt. Nach dem oft stundenlangen Abendessen gibt es Bescherung.
Der Abend endet meistens mit der feierlichen Mitternachtsmesse, der Pasterka, zu der die ganze Familie gemeinsam geht. Ein kleiner Verdauungsspaziergang tut gut.
Danach ist es schon der 25.12. und kein Fastentag mehr! Also man kann mit den Fleichgerichten und mit Wodka beginnen.
Nach dem Essen wird entweder eine Fischschuppe oder eine Fischgräte ins Portemonnaie gesteckt. Sie soll für Wohlstand und Glück im nächsten Jahr sorgen.
Am ersten Weihnachtstag bleibt man Zuhause. Man verbringt den Tag mit der Familie. Die in den Tagen zuvor bereits gekochten Speisen, werden dann verzehrt. Am zweiten Feiertag besucht man Verwandte und Freunde.
Die deutschen Weihnachtsgänse kommen meistens aus Polen. Zum polnischen Weihnachtsessen gehören sie aber nicht dazu. Vielleicht “reisen” aus diesem Grunde viele Gänse in dieser Zeit ins Ausland.
Ich wünsche allen meinen Lesern wunderschöne, besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2016.

Frohe Weihnachten – Wesołych Świąt.

Karpacz

Mein Tagesausflug von Lubań aus führte nach Krummhübel (Karpacz) ins Riesengebirge.  Der Ort liegt nur 15 Kilometer von Hirschberg (Jelenia Góra) entfernt und gehört zu den beliebtesten Ferienorten in Polen. Er ist auch das wichtigste Zentrum des Tourismus im polnischen Teil des Riesengebirges. Das Städtchen selbst ist schön rausgeputzt. Es gibt hier neben einfachen Unterkünften und Lokalen luxuriöse Hotels und Restaurants, Cafés, Bars und Tanzlokale. Die Polen tanzen gerne.

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Nicht weit vom Zentrum entfernt, auf der Kopernik Straße, befindet sich das Museum für Sport und Touristik.

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Hier erfährt man, wie sich der Wintersport und Tourismus in dieser Region entwickelte, bekommt aber auch Informationen über das Klima und die Geologie. Im Museum kann man die ersten Skier, Schlitten, Schneeschuhe und Bobschlitten bewundern. Auch der Bergbau und die Kräuterkunde werden in gesonderten Ausstellungen interessant dargestellt.
Eine große Attraktion in Karpacz ist die Wang – Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

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Diese Kirche wurde in dem norwegischen Ort Wang erbaut. Mit der Zeit verfiel sie dort sehr, wurde auch zu klein für die Gläubigen. Man wollte sie vernichten. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV kaufte sie. Dank der Gräfin Friederike von Reden wurde die Kirche in Einzelteilen nach Karpacz gebracht. Bei der feierlichen Eröffnung im Jahre 1844 war auch die königliche Familie anwesend. Heute gehört die Kirche der protestantischen Gemeinde von Karpacz und an Sonntagen wird für die deutschen Besucher in Deutsch gepredigt. Abends finden hier sehr oft Konzerte statt.

Möchten Sie wissen, wie die Kirche innen aussieht? Na dann fahren Sie selbst dort hin! Es lohnt sich!

Auf dem kleinen Friedhof hinter der Kirche finden wir ein Grab von Henryk Tomaszewski. Er war Schauspieler, Choreograph, Regisseur und der Begründer des heutigen Pantomime-Theaters in Breslau.

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Von 1968 bis zu seinem Tod 2001 lebte Henryk Tomaszewski in Karpacz. Seine Spielzeugsammlung  mit unzähligen Puppen, Schaukelpferden und Bleisoldaten kann man im Spielzeugmuseum in der Karkonoska Straße 5 anschauen.

Eine andere Attraktion von Karpacz ist die Rodelbahn. Mitten im Ort gelegen bietet sie Spaß für kleine und große Besucher.

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Diese Bahn wird von einer deutschen Firma betrieben und gehört zu den modernsten und sichersten ihrer Art. Auf einer Länge von 800 Metern gibt es viele Kurven, trotzdem können die Schlitten bis zu 35 Kilometer pro Stunde schnell fahren.

Wer ein Western-feeling erleben möchte besucht Western-City und vertreibt sich die Zeit bei Rodeo-Shows, Revolver-Duellen und Indianertänzen. Zusätzlich kann man hier im Sommer mit einem Truckwagen und im Winter mit Pferdeschlitten (Kulig) fahren.

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Von Karpacz aus kann man – im Sommer wie im Winter – wunderschöne Touren machen. Die schönsten führen durch den Nationalpark „Riesengebirge“ (Karkonoski Park Narodowy)

Nur einige Kilometer von der Stadt entfernt genießt man herrliche Ruhe am Wilden Wasserfall (dziki wodospad) mit schönen Wanderwegen am Ufer des Flusses

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Und wer hoch hinaus will, der begibt sich zu Fuß oder per Sessellift in die Höhe.

 

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Der Lift wurde 1959 das erste Mal in Betrieb genommen und bringt seitdem Millionen Menschen auf Kopa – 1300 Meter hoch. Ab hier gibt es rund 1300 Kilometer ausgewiesene Wanderwege. Eine rund 1000 Meter lange Bobbahn ist auch im Sommer in Betrieb und im Winter gibt es hier zahlreiche Rodelbahnen, Sprungschanzen, Skipisten und Abfahrtsläufe.

Karpacz war in der Vorkriegszeit ein Austragungsort internationaler Sportmeisterschaften.

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Von Kopa aus führt ein Wanderweg zu der Schneekope (Śnieżka – 1602 Meter), den Deutschen aus der Lebensmittelwerbung gut bekannt!

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Es ist ein Berg, deren Gipfel oberhalb der Waldgrenze liegt und die meiste Zeit von dunklen Wolken bedeckt ist. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 0,2 °C. Über den Gipfel verläuft die Staatsgrenze zwischen Polen und Tschechien.

Einsam und sehr windig ist es hier oben.

Auf der Rückreise von Karpacz besuchte ich das Hirschberger Tal der Schlösser und Gärten. Was ich dort gesehen habe, erzähle ich es anderen Mal.

Also bis bald 🙂

Tzschocha – eine Burg zum Anfassen.

Die Burg Tzschocha (polnisch Zamek Czocha) liegt nur 15 Kilometer von Lubań  entfernt, am Steilufer der Queis. Die Straßen dorthin sind gut ausgebaut und beschriftet.

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Die Burg entstand nach 1240 und diente der Grenzsicherung der Böhmen gegenüber Schlesien. Sie erlebte eine bewegte Geschichte und wechselte ständig ihre Besitzer.

An der Burg kamen viele Kriege und Brände nicht vorbei. Ausgebaut, umgebaut und wieder aufgebaut veränderte sie mit der Zeit ihr Aussehen.

Im 16. Jahrhundert hatte sie ihre gute Zeit erlebt. Johann von Nostitz baute sie zu einer großen Burganlage im Stil der Renaissance aus. Aus dieser Zeit stammen die Gräben, Zwinger, Bergfried und dieWirtschaftsgebäude.

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1910 erwarb Ernst Gütschow  die Burg und baute sie im Stil der Neogotik um.  Im Barockgarten ließ er eine Kopie der Fechter errichten, nach dem Vorbild der Skulptur vor der Breslauer Universität. Erinnern Sie sich an meinen früheren Beitrag darüber? Den Garten schmücken auch viele anderen Skulpturen. Er ist ein schöner Platz zum verweilen.

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Die interessanteste Räumlichkeit in der Burg ist der zweigeschossige Rittersaal.

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Auf der Auf der Erdgeschossebene befinden sich Renaissance-Portale und ein weißer Kamin im neugotischen Stil.

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Sehenswert ist auch das Mondzimmer (Komnata Księżycowa) im spätgotischen Stil und das Schlafzimmer mit einem Traumbett. Unterm Bett befindet sich eine Klappe. Mit ihrer Hilfe wurden störrische Ehefrauen in einen unterirdisches Kerker befördert.

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In der Burg gibt es auch eine Bibliothek im Stil der Tudor-Gotik mit geheimen Türen.

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Wenn die Tür zu ist, ist es fast unmöglich sie ausfindig zu machen!

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Nach dem Kriegsende 1945 war die Burg herrenlos und erlitt große Schäden durch Plünderungen. Fast die gesamte Büchersammlung wurde gestohlen, wie auch viele Möbel und alles, was man tragen konnte. Um einen guter Eindruck zu machen, hat man Spendenbücher in den Regalen untergebracht.

Seit 1952 diente die Burg als Freizeitzentrum für Militärangehörige und seit 1996 beherbergt sie ein Restaurant und ein Hotel. Alle Zimmer in der Burg sind mit klassischen Möbeln und antikem Zubehör eingerichtet. Sie verfügen über ein eigenes oder ein Gemeinschaftsbad. Trotzdem muss man auf die modernen Annehmlichkeiten nicht verzichten. Alle Zimmer sind mit TV und WLAN ausgerichtet.

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Es ist ein Erlebnis auf der Burg aus dem 13. Jahrhundert übernachten zu dürfen. Man kann auch das prachtvolle Bett für eine Hochzeitsnacht mieten! Ob die Klappe noch funktioniert ist mir nicht bekannt 😉

Aber bevor man ins Bett geht, lauscht man Kammermusikkonzerten zu, nimmt an Ritterturnieren teil, übt man sich im Bogenschießen oder alten Tänzen… oder schaut in den Abgrund. Im Burghof steht nämlich ein Brunnen der treulosen Ehefrauen im Renaissance-Stil.

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Wer mit einer treulosen Ehefrau gesegnet ist und hineinschaut, verliert in den nächsten 24 Stunden seine Haare. Ich habe in der Umgebung der Burg nicht sehr viele haarlose Männer gesehen.

Nicht nur die Burg, sondern auch ihre Umgebung ist sehenswert.

Von dem Granithügel, auf dem die Burg steht, hat man einen prächtigen Blick auf den Leśniańskie-See, ein Naherholungsgebiet der Region. Man kann dort Kanu fahren, schwimmen oder am Ufer faulenzen.

Und nächstes Mal fahren wir nach Krummhübel (Karpacz) in das Riesengebirge.

Also bis bald 🙂

Urlaub in Polen

Es ist Sommer! Ja, ich weiß, dass ich kein Amerika entdeckt habe … Ich hatte aber die Möglichkeit gehabt, den Sommer ein bisschen früher und länger zu genießen.
Ich besuchte Polen und während Deutschland und halb Westeuropa vom Dauerregen berieselt wurde, genoss ich dort das karibische Wetter 🙂

Während meines Aufenthalts in Polen bin ich viel gereist und habe alles fotografiert, was mir interessant vorkam. Hier und jetzt möchte ich meine Eindrücke von der Reise mit Ihnen teilen. Vielleicht bekommen Sie so einige Anregung für Ihre Urlaubszeit.

Meine erste Station war Lubań, gleich hinter der Grenze, 24 Kilommeter von Görlitz entfernt. Ein kleines verschlafenes Städtchen am Ufer der Queis (Kwisa).

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Die Stadt wurde 1220 gegründet. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht: Eine Pfarrkirche der Hl. Dreifaltigkeit aus dem Jahr 1320,  eine evangelische Kirche von 1384 und das Renaissance-Rathaus, das von 1539 bis 1544 erbaut wurde,. Außerdem ein paar Türme, ein Stück Stadtmauer und eine kleine Tafel mit Muschelsymbolen, die den Jakobsweg markiert, der durch Lubań verläuft.  Die Stadt ist nicht mal schön, doch für viele Deutsche aus der Grenzregion dennoch sehr interessant. Im Stadtkern findet man unzählige Geschäfte mit Kleidung und Schuhen in guter Qualität und märchenhaft niedrigen Preisen. Rund um die Stadt stehen die modernen Einkaufs-Tempel! Hier schlägt das Konsumentenherz sehr hoch! Man findet hier neben dem Netto,  mit deutschen und polnischen Waren …

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… auch einen Intermarche mit polnischen und französischen Spezialitäten.

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Kaufland, Aldi und Lidl, die spanische  Einkaufskette “Biedronka” – Maikäfer und polnischen Läden gibt’s ebenfalls.

Und wenn Sie vom Einkaufen müde geworden sind finden Sie in Lubań schöne und preiswerte Speiselokale.

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Die Stadt ist nicht nur zum Einkaufen gut. Es ist auch ein guter Ausgangspunkt für viele Ausflüge in die Region. Gleich in der Nähe steht die Burg Tzschocha  (Zamek Czocha).

Wie die Burg aussieht  erzähle ich Ihnen das nächste Mal.
Also bis bald.

Breslauer Zwerge

Hallo! Haben Sie dieses Jahr Fasching ausgiebig gefeiert? Vielleicht sogar in Breslau! Waren Sie auch lange auf den Straßen unterwegs? Ist Ihnen dabei etwas aufgefallen oder sind Sie sogar darüber gestolpert?

Ja, man kann sie überalt treffen: an den Häusern, in Erkern, mitten auf dem Gehweg oder sogar auf der Straße. Wissen Sie nicht, worüber ich spreche?

4 Papa ZwergIch möchte Ihnen heute etwas über die Zwerge, auf Polnisch “Krasnale” erzählen. Sie bevölkern die gesammte Stadt und werden immer mehr. In Kürze knacken sie vielleicht die 300 Marke!

Alles begann in den Achzigern des XX Jahrhunderts und hatte einen politischen Hintergrund. Damals entstanden auf den Mauern Bilder von lustigen Zwergen. Lachende Krasnale mit orangenen Mützen und Blumen in den Händen waren eine Erfindung der Oppositionsbewegung “Orange Alternative” (Pomarańczowa Alternatywa). Mit Hilfe von Zwergen und Humor wollte man ein unsinniges, kommunistisches Zeitalter bekämpfen.

Es blieb nicht nur bei den Wandbildern. Immer wieder wurden spontane Aktionen und Veranstaltungen organisiert. Die Menschen trugen dabei Zwergenkostüme und stellten auch den ersten, gusseisernen Zwerg in der Altstadt auf – den Papa Zwerg

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Nach und nach kamen die Anderen dazu.

Sehr bekannt sind die Sisyphus-Zwerge auf der Świdnicka Strasse.

Und wenn Sie am Rynek eine Postkarte an die Daheimgebliebenen schicken möchten, begegnen Sie einem Post-Zwerg (Krasnal pocztowy).

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Alle in Wrocław ankommenden Gäste “begrüßt” ein Bahnhofs-Zwerg (Krasnal dworcowy)…

1.Krasnal dworcowy

… und Unterwegs begenet man einem Touristen-Zwerg (Turysta) …

133.Krasnal Turysta

… oder einem Musiker (Muzyk)

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Manche von ihnen ruhen sich aus oder lesen ….

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Andere wiederum müssen die ganze Zeit arbeiten …

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Es gibt Zwerge aus dem “Mittelalter”, wie der Giermek Grun-Waldek. Ob er bei der Schlacht von Grunwald dabei war, weiß man nicht so genau. Mit seinem Riesenschwert soll er aber angsteinflößend aussehen!

Giermek Grun-Waldek

Es gibt aber auch moderne Ausführungen, wie der Taucher (Bąbelek Chlapuś) in einem Einkaufszentrum:

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Die Namen der Zwerge sind Programm: Bąbelek bedeutet Bläschen und chlapać bedeutet plätschern. Also ist ein „Bąbelek Chlapuś“ ein plätscherndes Bläschen 😉

Betreuer und Zwerglein

Immer mehr Firmen und Einrichtungen stellen vor ihren Toren Zwerge auf, in der Hoffnung, mehr Besucher zu bekommen. So stellte auch ein Mutter-Kind- Krankenhaus einen “Betreuer und Zwerglein” auf eine Mauer. Ob aber in diesem Krankenhaus mehr Kinder auf die Welt kommen, ist nicht bekannt!

Die Krasnale haben ihre eigene Webseite in vier Sprachen (www.krasnale.pl ). Dort kann man alles über die lustigen Wichtel nachlesen. Sie alle sind mit Namen und Bild dokumentiert. Es gibt auch eine Strassenkarte für “faule” Touristen, die nicht selber suchen wollen und man sollte es schon tun.

Die Krasnale sind nämlich sehr bedeutend. Sie werden sogar in Wikipedia beschrieben.

Einmal im Jahr, im September, veranstalten die Breslauer ein Zwergen-Fesival (Festiwal Krasnoludków). Es ist wahrlich eine bunte Märchen-Veranstaltung – ein paar Tage ausgelassenes Treiben in lustigen Zwergen-Kostiumen für Groß und Klein.

Die Krasnale sind inzwischen ein zweites Wahrzeichen von WrocLove geworden!

Begeben Sie sich auch auf die Suche und später erzählen Sie mir etwas davon.

Also viel Spass und bis bald.

Europas Kulturhauptstadt

Dieses Jahr ist Breslau Europas Kulturhauptstadt. Vielleicht haben Sie ja im Fernsehen die Eröffnungsfeierlichkeiten gesehen? Auch das Deutsche Fernsehen berichtete davon.

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Breslau oder Wrocław – die Stadt hat sich diese Auszeichnung redlich verdient. Sie ist eine der wenigen Städte Polens, die jung, sehr offen und vorurteilsfrei ist. Es ist auch kein Wunder. Nur wenige ältere Breslauer können sagen: „Ich bin von hier“. Die Mehrzahl von ihnen ist „zugereist“.

Nach dem II Weltkrieg wurde fast die gesamte Bevölkerung der Stadt vertrieben. Die Neuen kamen aus Zentralpolen, viele auch aus Lemberg, der heutigen Ukraine. Als „Vertriebene“ mussten sie erst einmal lernen, zusammenzuwachsen. Das war nur mit viel Respekt, Toleranz und Offenheit möglich.

 Breslau war vor dem Krieg ein wichtiges jüdisches Zentrum in Europa. Hier lebten über 25.000 Juden, unter ihnen viele bekannte Künstler, Politiker und Wissenschaftler.

Die Stadt stellte sich schon immer der ganzen Geschichte, auch der Jüdischen.

Auf dem, schon im Sozialismus restaurierten, jüdischen Friedhof, finden wir z.B. die Grabstätte der Legende der deutschen Sozialdemokratie – Ferdinand Lassalle.

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Eine der schönsten Synagogen in Polen wurde vor kurzem saniert und zum Leben erweckt. Die alte Synagoge „Pod Białym Bocianem“ (zum Weißen Storch), versteckt in einem Innenhof der Włodkowica-Strasse 7, entwickelte sich zu einem Zentrum der Jüdischen Kultur.

„Wo die Liebe hinfällt?“ Eine jüdisch-norwegischen Künstlerin, Bente Kahan, erlebte sie in Wrocław. Sie folgte ihrem polnischen Mann hierher und verliebte sich auch in die Stadt. Die fast 800 Jahre jüdischer Kulturgeschichte in Breslau, faszinierte sie. Es blieb aber nicht bei Faszination allein.

Ihrem Engagement und ihrer Durchsetzungskraft verdanken die Breslauer diesen Komplex.

In wunderschön restaurierten Räumen gibt es Ausstellungen aus den goldenen Zeiten der Haaskala aus dem 18. Jahrhundert, wie auch von der Vertreibung der Juden durch die Kommunisten in den 60gern des 20. Jahrhunderts.

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In den Sommermonaten finden hier interessante Konzerte mit Werken bekannter jüdischer Musiker statt. Bente Kahan hat hier auch gesungen. Das Interesse an solchen Veranstaltungen sieht man an der Schlange vor dem Eingang.

Aber keine Angst, alle finden hier ihren Platz. Im Saal und auf den Emporen können mehrere hundert Musikliebhaber den jüdischen Tönen lauschen.

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Ebenso werden in den Räumen viele Workshops, Seminare und Vorträge angeboten.

Auf dem Hof der Synagogen ist ein beliebtes Café. Man kann hier, abgeschirmt von dem Lärm der Stadt, bis tief in die Nacht hinein sitzen und klönen.

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Nicht nur der Hof, die ganze Włodkowica-Straße ist zu einer beliebten Ausgehadresse geworden. Zahlreiche Szenenkneipen und Restaurants laden entlang der Straße zum Verweilen ein.

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Einige der Lokale bieten nach der jüdischen Tradition koschere Speisen und Getränke an. Schauen Sie sich um, probieren sie alles, es lohnt sich.

Also Guten Appetit und bis bald. 🙂

Europas Kulturhauptstadt 2016

 

Es ist soweit! Nicht nur alle Spatzen pfeifen es von den Dächern … in Wrocław steht es auch überall geschrieben: auf Plakaten, Straßenbahnen …

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Wrocław ist Europas Kulturhauptsadt 2016 und das Programm ist sehr interessant und vielseitig.

Kein Wunder – einer der acht Kuratoren, die dafür verantwortlich sind, ist der britische Regisseur Chris Baldwin. In der Stadt der Brücken will er Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sowie zwischen den Nationen bauen.

Die Eröffnungsveranstaltung heißt “The spirits of Wroclaw”. Vier 12 Meter hohe Gestalten bewegen sich aus verschiedenen Richtungen der Stadt aufeinander zu. Erst, wenn sie auf dem Marktplatz zusammen kommen, wird erkennbar sein, was sie darstellen.

Breslau ist die Stadt des Wassers und ein Projekte heißt auch “Fluss”. Im Sommer wird an den Ufern der Oder und auch auf dem Wasser die Geschichte der Stadt präsentiert.

366.StadionDie Abschlußveranstaltung heißt “Sky Web” und findet in einem neuen Fußballstadion statt.

Chris Baldwin will hier durch Theater, Akrobatik und Musik ein bisschen in die Zukunft der Stadt schauen.

Für das Musikprogramm ist Dr. Hab. Agnieszka Franków- Żelazny verantwortlich. Sie ist Dirigentin, Musikerin, Biologin und Künstlerische Direktorrin des Chors des Polnischen Rundfunks. Ihr Projekt “Singing Europe” soll junge europäische Musiker aus verschiedenen Stilrichtungen zusammen bringen und damit die Bevölkerung zum singen animieren.

Einen wirkungsvollen Ort für ihre Projekte hat sie schon.

Forum muzykiIm September 2015 wurde in der Stadt an der Oder ein Nationales Musikforum (Narodowe Forum Muzyki) eröffnet.

Das Gebäude steht am Plac Wolności (Freiheitsplatz) und hat 110 Millionen Euro gekostet. Außen ist es mit edlem Holz verkleidet, innen dehen Sie schwarze Corian-Acrylstein-Wände und weiße Balkone, wie bei einer Klaviertastatur.

Der Haupt-Konzertsaal ist mit 1.820 Plätzen der größte in Polen. Es gibt noch weitere Säle, die zusätzlich 1.000 Musikfans aufnehmen können. Der tiefste Punkt im Hauptsaal liegt 19 Meter unter der Erde.

Für die Akustik sorgten die weltweit besten Spezialisten – die amerikanische Firma Artec. Das Gebäude steht auf Luftkissen und das Box-in-box-System schirmt alle Außengeräusche und Erschütterungen ab. Die Decken und Wände kann man, je nach Bedarf, verschieben und absinken lassen,. Die Akustik soll sensationell sein. Von so einem Saal können unsere deutschen Nachbarn nur träumen.

Das Musikforum stellt einen würdigen Rahmen für die Künstler. Am 16 Februar soll hier der chinesische Pianist Lang Lang gastieren, dann im Mai das London Symphony Orchestra und danach die Wiener Philharmoniker.

Auch die große Gala zur Verleihung des Europäischen Filmpreises im Dezember findet hier statt.

Ich bin schon gespannt auf das Echo und nächstes Mal erzähle ich weiter über Wichtiges und Interessantes in meiner Stadt.

Also bis bald 🙂

Europas Kulturhauptstadt 2016

DSC04579Hallo und herzlich Willkommen auf meiner Seite.

Ich hoffe, Sie hatten schöne, harmonische Weihnachtstage und sind gut ins Neue Jahr gestartet?

Haben Sie auch für das Jahr 2016 einige gute Vorsätze gefasst?

Ich schon! Ich möchte die paar Pfunde los werden, die ich mir in Wrocław bei Mama angefuttert habe und ich möchte im Sommer noch mal nach WrocLove fahren – in meine Heimatstadt – wie sie so liebevoll von ihren Einwohnern genannt wird.

Seit dem 01.01.2016 ist Breslau Europas Kulturhauptstadt und das Program kann sich sehen lassen! Ich werde auf dieser Seite davon berichten und Ihnen auch weiterhin die vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen.

Heute aber möchte ich noch kurz die Weihnachtstage in Erinnerung bringen.

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Der Weihnachtsmarkt in Polen existiert nicht mal 10 Jahre. Während des Sozialismus wurde Weihnachten sehr christlich gefeiert. Die Adventzeit ist in der katholischen Kirche eigentlich Fastenzeit. Die Polen sind aber sehr flexibel. So können sie Komerz und Religion gut miteinander verbinden.

Der Weihnachtsmarkt in Wrocław beschränkt sich nicht nur auf den Marktplatz. Auch auf der Świdnicka-Strasse stehen schön geschmückte Holzbuden mit Leckereien aus Polen und der Welt.

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Die polnischen Würste schmecken nicht nur sehr gut, sie sind auch mit wenigen oder ganz ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt.

Natürlich darf der Weihnachtsschmuck nicht fehlen. Überall funkeln die Lichter und es duftet nach Tannen, Zimt, Vanille…

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In der Holzpyramide vor dem Rathaus wird schön verzierter Breslauer Lebkuchen (Pierniki Wrocławskie) verkauft. Der Glühwein kommt meistens aus Deutschland. Es gibt aber auch „Wrocławski” (Breslauer) Glühwein. Er ist lecker und sehr süß.

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Die Attraktionen für die Kinder dürfen auf dem Markt natürlich nicht fehlen genauso wie Rudolf, der ein ein beliebtes Fotomotiv ist.

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Wie jedes Jahr schmück den Marktplatz eine Riesentanne. Und jedes Jahr hat sie ein anderes Kleid! Diesmal sind es die funkelnden Sterne …

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Es war schön über den Marktplatz und den Weihnachtsmarkt zu schlendern, die Leckereien herzhaft und süß zu probieren und die Atmosphäre zu genießen.

Falls man Heimweh nach Deutschland bekommen sollte, geht man am besten ins Kaufland. In allen deutschen Einkaufsketten in Polen werden rund um die Uhr deutsche Weihnachtslieder gespielt!

Na dann: Oh du Fröhliche … und bis bald 😉

13. Teil

Spacerkiem po Wrocławiu – ein kleiner Spaziergang durch Wrocław

Hallo, haben Sie in der Breslauer Markthalle oder in den Galerien gut eingekauft? Wenn ja, sind dann die „niederen“ Bedürfnisse jetzt befriedigt? OK, kümmern wir uns um andere Bedürfnisse 😉 In Wrocław hat man viele Möglichkeiten dazu. Nicht umsonst wurde die Stadt zur Kulturhauptstadt Europas 2016 erkoren.

Es gibt hier zahlreiche Museen und Kunstgalerien: Historisches, Archäologisches, Militärmuseum, Museum für Medaillen-, Bürgerliche-, Post- oder Friedhofskunst, Museum der Erzdiözese, und, und, und … Ich könnte noch weiter aufzählen, aber ich werde mich nur auf einige wenigen beschränken.

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Die erste Adresse ist das Nationalmuseum (Muzeum Narodowe).

Schon das Gebäude ist sehr interessant. Es ist ein, im Stil der Neorenaissance gebautes, königliches Regierungsgebäude. Im 19. Jahrhundert hat man es zum Museum umfunktioniert und so blieb es bis in die heutige Zeit.

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Nach dem Krieg brachte man hier die polnischen Kunstgegenstände aus Lemberg unter. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst aus Polen und Schlesien, vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Zu sehen sind hier über 120.000 verschiedene Objekte. Sehr bedeutend sind die Arbeiten der polnischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Im Museum finden auch ab und zu Schulungen, Filmvorstellungen, Ausstellungen oder Konzerte statt.

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Zum Nationalmuseum gehört eine Zweigstelle – das Panorama von Racławice. Nur an wenigen Orten der Welt kann man noch Panoramen anschauen und glücklicherweise gehört Wrocław dazu! Das Rundgemälde von Wojciech Kossak und Jan Styk ist 15 x 114 m groß und zeichnet sich durch sein hohes künstlerisches Niveau aus. Um so ein Gemälde überhaupt ausstellen zu können, wurde extra dafür ein Pavillon gebaut.

Das Gemälde dokumentiert den Sieg der polnischen Armee über die russischen Truppen im Jahre 1794. Vom militärischen Standpunkt aus hatte diese Schlacht keine große Bedeutung, trotzdem errang sie einen nicht geringeren Ruhm als Grunwald oder bei Wien 1673 gegen die Osmanen. Es war kein militärischer, sondern ein moralischer Sieg.

Bei Racławice traten zum ersten Mal in Polens Geschichte die Bauern zum Kampf um ihr Land an. Sie waren bis dahin nicht als Teil des Volkes betrachtet worden. Der Feldherr, der Bauer Tadeusz Kościuszko, war der beliebteste Nationalheld unter allen Größen Polens. Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General der Vereinigten Staaten von Nordamerika und Ehrenbürger des revolutionären Frankreichs, war er schon zu Lebzeiten eine Legende.

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Auf der Wand des Museums sieht man eine Werbetafel mit einem kleinen Ausschnitt des Panoramas.

Dieser Ausschnitt zeigt Tadeusz Kościuszko auf dem Pferd sitzend, wie er die zweite Kolonne der Sensenmänner (Kosynierzy) zum Kampf gegen die Truppen der Zarin Katharina II führte.

Bei der Betrachtung dieses Panoramas kommt es zu einer optischen Täuschung. Dank der speziellen Beleuchtung, verdunkelten und verwinkeltem Zugang und künstlich angelegtem Terrain fühlt man sich in eine andere Zeit und Realität versetzt. Die bekanntesten Besucher hier waren Papst Johannes Paul II und Königin Beatrix von Holland.

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Die nächste Adresse ist das Breslauer Stadtschloss. Hier ist das Stadtmuseum (Muzeum Miejskie) untergebracht.

Der älteste Teil, erbaut 1719, war die Residenz des bischöflichen Hofkanzlers. 1750 wurde das Palais von König Friedrich II erworben, umgebaut, erweitert und viele Jahre als die Breslauer Residenz der preußischen Hohenzollern benutzt.

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Von hier aus rief König Friedrich Wilhelm III zum Kampf gegen Napoleon auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg riss man die stark beschädigten Teile des Schlosses ab. Nur der Mittelteil wurde aufwendig restauriert.

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Hier kann man sechs einstige Staatsgemächer sowie den barocken Schlossgarten bestaunen. In den Räumen finden verschiedene Ausstellungen statt. Besonders interessant sind die Bilder der gesamten Brueghel Familie.

Eine ganz andere und interessante Entwicklung machte ein überirdischer Schutzraum aus dem Zweiten Weltkrieg – zuerst Kriegslazarett, dann Lagerhaus zum Museum für neuzeitliche Kunst (Muzeum Współczesne).

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Gleich am Eingang werden die Besucher mit Riesenbuchstaben „begrüßt“: „było, jest, będzie” – „es war, ist, es wird”.

Innen finden verschiedene Ausstellungen der Moderne statt und ganz oben lädt eine Aussichtsplattform mit Café zum Verweilen ein.

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Interessieren Sie sich für Mumien, Tafeln mit Keilschrift oder Öllampen? Dazu müssen Sie nicht unbedingt nach Ägypten reisen. Das Museum der Erzdiözese in Breslau besteht seit 1889 und bewahrt solche antiken Seltenheiten ebenso auf wie alte Gewänder aus dem 14. bis 19. Jahrhundert und Malereien und Skulpturen. Neben der ständigen Ausstellung finden hier auch unterschiedliche, wechselnde Ausstellungen statt. Es ist immer gut sich zu informieren, um auf dem neuesten Stand zu sein.

Nicht nur in den Museen von Wrocław entdeckt man die Spuren der Geschichte. Überall in den Straßen und Gassen gibt es kleine Skulpturen oder nette Kunstgalerien, die besichtigt sein wollen.

Ich lasse Sie wieder alleine durch die Museen ziehen. Wünsche viel Spaß dabei und wenn Sie Fragen haben, setzen Sie sich mit mir in Verbindung .

Bis Bald 🙂