Wszystkich Świętych

Der erste November – Allerheiligen. Auch in Polen ist das ein gesetzlicher Feiertag. „Wszystkich Świętych“, „Święto Zmarłych“ oder „Zaduszki“ ist dort die wichtigste Familienfeier nach Ostern und Weihnachten. Vier Tage lang herrscht im Land der Ausnahmezustand. Ein Besuch der Familiengräber ist Pflicht. In diesen Tagen ist ganz Polen auf den Beinen. In den Städten fahren Busse und Bahnen Sonderfahrten. Auf den Straßen gibt es kilometerlange Staus. Die Züge sind übervoll. Alle Menschen machen sich auf den Weg um auf den Friedhöfen, der verstorbenen Angehörigen zu gedenken. Halloween hat hier kaum eine Chance.

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Für die Polen ist das nicht nur ein Tag um an die Toten zu denken, sondern auch ein Familienfest. Sogar die entfernten Verwandten kehren an dem Tag heim. Kein Weg ist ihnen zu weit und keine Ausgabe zu teuer. Die Polen lieben solche Feste, wenn die ganze Familie zusammen ist und die Tische voller Speisen sind. Aber zuerst muss das alles gut vorbereitet sein.
Schon Tage vorher werden die Gräber geschrubbt und geschmückt, die Blumen und Kerzen eingekauft. Diese sehen, mit ihren Formen und Farben, fast wie Aladins Wunderlampen aus.

4.Nacht

Den ganzen Tag lang halten sich auf den Friedhöfen unbeschreiblich viele Menschen auf. Die letzten Arbeiten werden verrichtet, die Kerzen angemacht. Man trifft Verwandte und Bekannte, unterhält sich leise miteinander. Besonders beeindruckend ist der Anblick der Friedhöfe am Abend. Zehntausende von Kerzen lassen den Himmel leuchten. Wachsgeruch liegt in der Luft.

39.Lichtermeer

Die Bilanz nach den Festtagen: unzählige vorübergehend festgenommene angetrunkene Autofahrer, viele Tote und Verletzte auf den Straßen aber auch viele Familien, die wieder enger zusammen gekommen sind.