Karpacz

Mein Tagesausflug von Lubań aus führte nach Krummhübel (Karpacz) ins Riesengebirge.  Der Ort liegt nur 15 Kilometer von Hirschberg (Jelenia Góra) entfernt und gehört zu den beliebtesten Ferienorten in Polen. Er ist auch das wichtigste Zentrum des Tourismus im polnischen Teil des Riesengebirges. Das Städtchen selbst ist schön rausgeputzt. Es gibt hier neben einfachen Unterkünften und Lokalen luxuriöse Hotels und Restaurants, Cafés, Bars und Tanzlokale. Die Polen tanzen gerne.

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Nicht weit vom Zentrum entfernt, auf der Kopernik Straße, befindet sich das Museum für Sport und Touristik.

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Hier erfährt man, wie sich der Wintersport und Tourismus in dieser Region entwickelte, bekommt aber auch Informationen über das Klima und die Geologie. Im Museum kann man die ersten Skier, Schlitten, Schneeschuhe und Bobschlitten bewundern. Auch der Bergbau und die Kräuterkunde werden in gesonderten Ausstellungen interessant dargestellt.
Eine große Attraktion in Karpacz ist die Wang – Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

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Diese Kirche wurde in dem norwegischen Ort Wang erbaut. Mit der Zeit verfiel sie dort sehr, wurde auch zu klein für die Gläubigen. Man wollte sie vernichten. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV kaufte sie. Dank der Gräfin Friederike von Reden wurde die Kirche in Einzelteilen nach Karpacz gebracht. Bei der feierlichen Eröffnung im Jahre 1844 war auch die königliche Familie anwesend. Heute gehört die Kirche der protestantischen Gemeinde von Karpacz und an Sonntagen wird für die deutschen Besucher in Deutsch gepredigt. Abends finden hier sehr oft Konzerte statt.

Möchten Sie wissen, wie die Kirche innen aussieht? Na dann fahren Sie selbst dort hin! Es lohnt sich!

Auf dem kleinen Friedhof hinter der Kirche finden wir ein Grab von Henryk Tomaszewski. Er war Schauspieler, Choreograph, Regisseur und der Begründer des heutigen Pantomime-Theaters in Breslau.

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Von 1968 bis zu seinem Tod 2001 lebte Henryk Tomaszewski in Karpacz. Seine Spielzeugsammlung  mit unzähligen Puppen, Schaukelpferden und Bleisoldaten kann man im Spielzeugmuseum in der Karkonoska Straße 5 anschauen.

Eine andere Attraktion von Karpacz ist die Rodelbahn. Mitten im Ort gelegen bietet sie Spaß für kleine und große Besucher.

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Diese Bahn wird von einer deutschen Firma betrieben und gehört zu den modernsten und sichersten ihrer Art. Auf einer Länge von 800 Metern gibt es viele Kurven, trotzdem können die Schlitten bis zu 35 Kilometer pro Stunde schnell fahren.

Wer ein Western-feeling erleben möchte besucht Western-City und vertreibt sich die Zeit bei Rodeo-Shows, Revolver-Duellen und Indianertänzen. Zusätzlich kann man hier im Sommer mit einem Truckwagen und im Winter mit Pferdeschlitten (Kulig) fahren.

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Von Karpacz aus kann man – im Sommer wie im Winter – wunderschöne Touren machen. Die schönsten führen durch den Nationalpark „Riesengebirge“ (Karkonoski Park Narodowy)

Nur einige Kilometer von der Stadt entfernt genießt man herrliche Ruhe am Wilden Wasserfall (dziki wodospad) mit schönen Wanderwegen am Ufer des Flusses

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Und wer hoch hinaus will, der begibt sich zu Fuß oder per Sessellift in die Höhe.

 

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Der Lift wurde 1959 das erste Mal in Betrieb genommen und bringt seitdem Millionen Menschen auf Kopa – 1300 Meter hoch. Ab hier gibt es rund 1300 Kilometer ausgewiesene Wanderwege. Eine rund 1000 Meter lange Bobbahn ist auch im Sommer in Betrieb und im Winter gibt es hier zahlreiche Rodelbahnen, Sprungschanzen, Skipisten und Abfahrtsläufe.

Karpacz war in der Vorkriegszeit ein Austragungsort internationaler Sportmeisterschaften.

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Von Kopa aus führt ein Wanderweg zu der Schneekope (Śnieżka – 1602 Meter), den Deutschen aus der Lebensmittelwerbung gut bekannt!

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Es ist ein Berg, deren Gipfel oberhalb der Waldgrenze liegt und die meiste Zeit von dunklen Wolken bedeckt ist. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 0,2 °C. Über den Gipfel verläuft die Staatsgrenze zwischen Polen und Tschechien.

Einsam und sehr windig ist es hier oben.

Auf der Rückreise von Karpacz besuchte ich das Hirschberger Tal der Schlösser und Gärten. Was ich dort gesehen habe, erzähle ich es anderen Mal.

Also bis bald 🙂