Europas Kulturhauptstadt 2016

 

Es ist soweit! Nicht nur alle Spatzen pfeifen es von den Dächern … in Wrocław steht es auch überall geschrieben: auf Plakaten, Straßenbahnen …

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Wrocław ist Europas Kulturhauptsadt 2016 und das Programm ist sehr interessant und vielseitig.

Kein Wunder – einer der acht Kuratoren, die dafür verantwortlich sind, ist der britische Regisseur Chris Baldwin. In der Stadt der Brücken will er Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sowie zwischen den Nationen bauen.

Die Eröffnungsveranstaltung heißt “The spirits of Wroclaw”. Vier 12 Meter hohe Gestalten bewegen sich aus verschiedenen Richtungen der Stadt aufeinander zu. Erst, wenn sie auf dem Marktplatz zusammen kommen, wird erkennbar sein, was sie darstellen.

Breslau ist die Stadt des Wassers und ein Projekte heißt auch “Fluss”. Im Sommer wird an den Ufern der Oder und auch auf dem Wasser die Geschichte der Stadt präsentiert.

366.StadionDie Abschlußveranstaltung heißt “Sky Web” und findet in einem neuen Fußballstadion statt.

Chris Baldwin will hier durch Theater, Akrobatik und Musik ein bisschen in die Zukunft der Stadt schauen.

Für das Musikprogramm ist Dr. Hab. Agnieszka Franków- Żelazny verantwortlich. Sie ist Dirigentin, Musikerin, Biologin und Künstlerische Direktorrin des Chors des Polnischen Rundfunks. Ihr Projekt “Singing Europe” soll junge europäische Musiker aus verschiedenen Stilrichtungen zusammen bringen und damit die Bevölkerung zum singen animieren.

Einen wirkungsvollen Ort für ihre Projekte hat sie schon.

Forum muzykiIm September 2015 wurde in der Stadt an der Oder ein Nationales Musikforum (Narodowe Forum Muzyki) eröffnet.

Das Gebäude steht am Plac Wolności (Freiheitsplatz) und hat 110 Millionen Euro gekostet. Außen ist es mit edlem Holz verkleidet, innen dehen Sie schwarze Corian-Acrylstein-Wände und weiße Balkone, wie bei einer Klaviertastatur.

Der Haupt-Konzertsaal ist mit 1.820 Plätzen der größte in Polen. Es gibt noch weitere Säle, die zusätzlich 1.000 Musikfans aufnehmen können. Der tiefste Punkt im Hauptsaal liegt 19 Meter unter der Erde.

Für die Akustik sorgten die weltweit besten Spezialisten – die amerikanische Firma Artec. Das Gebäude steht auf Luftkissen und das Box-in-box-System schirmt alle Außengeräusche und Erschütterungen ab. Die Decken und Wände kann man, je nach Bedarf, verschieben und absinken lassen,. Die Akustik soll sensationell sein. Von so einem Saal können unsere deutschen Nachbarn nur träumen.

Das Musikforum stellt einen würdigen Rahmen für die Künstler. Am 16 Februar soll hier der chinesische Pianist Lang Lang gastieren, dann im Mai das London Symphony Orchestra und danach die Wiener Philharmoniker.

Auch die große Gala zur Verleihung des Europäischen Filmpreises im Dezember findet hier statt.

Ich bin schon gespannt auf das Echo und nächstes Mal erzähle ich weiter über Wichtiges und Interessantes in meiner Stadt.

Also bis bald 🙂

Ein Gedanke zu „Europas Kulturhauptstadt 2016

  1. Ich hatte die Chance, das Gebäude im Zuge einer Architekturexkursion exclusiv zu erleben. Exclusic heißt: ohne bunte und damit ablenkende Besucher.
    Nur in den Probensälen bzw. im roten und schwarzen Saal waren Musiker bei der (ebenfalls großartigen) Jazzprobe.
    Das Gebäude ist ein atemberaubendes Erlebnis! Ein gigantischer Traum in Lack-schwarz-weiß. Der Blick hinter die Kulissen, auf das Technikdach und in den Fundamentkeller bleibt mit Sicherheit unvergesslich.
    Berührend die Geschichte vom Architektur-Ehepaar, welches hiermit ihr im wahrsten Sinne des Wortes „Lebenswerk“ schaffen konnte.

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